Rückspiegel No. 3 06
Rückspiegel

Rückspiegel No. 3 – Sehnsucht und Tierliebe

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Seit der letzten Folge vom “Rückspiegel” ist mal wieder viel passiert. Gutes und weniger Gutes, aber alles in allem sehr viel zum Nachdenken und sicherlich auch Diskutieren (aber bitte mit den “richtigen” Menschen. Mit manchen macht es einfach keinen Sinn).

Alle für einen – Luigi das Rehkitz

Rückspiegel No. 3 03
© Wildtierhilfe an der Loreley- Hunsrück

Eines der besten Ereignisse der letzten Tage ereignete sich am Montag. Die Wildtierhilfe an der Loreley- Hunsrück nahm vor kurzem ein kleines Rehkitz auf, welches von einem Hund schwer verletzt wurde. Aufgenommen ist untertrieben, zusammen mit der Feuerwehr St. Goar und vielen tollen Helfern musste das schwer verletzte Kitz auf einem Abwasserrohr gerettet werden. Der Post dazu machte mich vor über 2 Wochen schon sprachlos.

Anfangs dachte man, der kleine Luigi hätte “nur” einige Abschürfungen und eine Bisswunde am Ohr. Mit der Zeit fiel den Inhabern der Wildtierhilfe aber auf, dass der kleine Mann sein Beinchen auffällig schonte. Eine Untersuchung brachte Klarheit, eine Sprungsehne wurde durch einen der Hundebisse durchtrennt und Luigi kann mit diesem Beinchen deshalb nicht richtig laufen.

Eine Tierärztin wurde gefunden, die den Kleinen operieren und ihm eine künstliche Sehne einsetzen würde. Leider nicht ganz billig, ca. 1700 € wurden dafür veranschlagt. Wahnsinnig viel Geld, auch für die Wildtierhilfe Loreley, die ja neben Luigi noch einige weitere Schützlinge beherbergt.

Montag Abend ging dann ein Facebook-Beitrag online, bei dem die Wildtierhilfe um Hilfe bat. Ich gab eine Kleinigkeit dazu und fieberte, dass hoffentlich der Betrag zusammen kommen würde. Was dann passierte, machte mich sprachlos und glücklich. Um 21.15 Uhr ging der Beitrag online, noch am selben Abend wurden die 1700 € geknackt und bis zu diesem Zeitpunkt sind über 3300 € für den Kleinen eingegangen.

Es ist einfach wunderbar zu sehen, was viele zusammen erreichen können. Und ich bin froh, ein Teil davon zu sein, wobei ich aufgrund kürzlicher Tierarztbesuche mit Ben leider nur einen kleinen Beitrag leisten konnte. Nahezu im Minutentakt stieg der Betrag im Spendenpool und nun ist Luigi sogar schon operiert und macht sich gut.

Schaut mal bei der Wildtierhilfe Loreley- Hunsrück vorbei. Menschen, die sich von ganzem Herzen dem Tierschutz verschrieben haben. Wirklich wundervoll.


Von Tierliebe zu Gleichgültigkeit

In den vergangenen Tagen waren Tiere allgegenwärtig. Doch leider nicht als Schmusetiere für das heimische Sofa, sondern als Fleisch für den Speiseteller.

Mir ist es seit über 20 Jahren ein Rätsel, wie man Tiere töten kann, nur um sie zu essen. Wie man allerdings eine riesige Tötungsanlage führen kann, in der jeden Tag 45.000 Tiere ihres Lebens beraubt werden, ist für mich genauso unverständlich.

Ich könnte jetzt lange darüber schreiben. Über Wertevorstellungen, die so oft zitierte Intelligenz des Menschen, die Annahme er sei etwas Besseres und höher entwickeltes als die Tiere und viele allgemeine Thesen, die ich nicht unterstütze. Doch es würde den Rahmen sprengen.

In den letzten Tagen wurde ich überschwemmt von Ausdrücken wie FLEISCHPRODUZENT und FLEISCHINDUSTRIE. Ich befürchte, dass sich die meisten, die solche Ausdrücke verwenden, keine großen Gedanken darüber machen. Betrachtet man sie aber genauer, ist es für mich einfach nur abartig und unmenschlich. Fleisch wird nicht produziert, es handelt sich um Lebewesen, die ihr Leben geben müssen, weil Menschen es so wollen. Sie werden nicht gefragt oder wählen freiwillig den Tod, sondern ihnen wird das Wertvollste, was sie haben weggenommen, ihr Leben. Und wenn ich das Wort Industrie höre, denke ich an etwas Lebloses wie Getränkedosen. Aber nicht an lebendige Wesen. Ekelhafter Ausdrücke für eine ekelhafte Seite der Menschheit.

Allgemein macht mich das ganze Thema einfach nur traurig. Und das seit Jahren. Nicht selten gehe ich an der Wursttheke vorbei und es treibt mir Tränen in die Augen. Aber in meinem näheren Umfeld kann das niemand so richtig verstehen. Ich plane ernsthaft mir mal Leute zu suchen, die ähnlich denken wie ich. Ein Austausch mit Gleichgesinnten würde mir sicherlich guttun.


Helfen oder weiterfahren?

Auf meiner Facebookseite hatte ich ja bereits um eure Meinung zu meiner “Begegnung” mit dem älteren Herren im Supermarkt gebeten. An dieser Stelle noch einmal vielen Dank für eure Kommentare dazu.

Für die, die den Beitrag nicht gesehen haben, hier die Kurzfassung. Ich hatte im Supermarkt an der Kasse hinter mir einen älteren Mann, der einen Pfandbon und ein Tetra Pak Weißwein in den Händen hielt. Draußen sah ich dann, wie er hastig neben dem Markt in einer Ecke verschwand und sich direkt dem Weißwein widmete. Ich überlegte, ob ich hingehen und ihn fragen sollte, ob er Hilfe braucht. Letztendlich bin ich heim gefahren.

Rückspiegel No. 3 02

Ich habe mir noch lange danach Gedanken darüber gemacht, ob ich nicht hätte hingehen sollen. Außerdem habe ich im Kopf verschiedene Szenarien durch gespielt, was hätte passieren können. Das nächste Mal frage ich ihn mal, ob er Feuer für mich hat. Und komme so hoffentlich ins Gespräch mit ihm. Wenn er tatsächlich Feuer hat, stehe ich aber doof da, da ich gar nicht rauche 🙂 Aber irgendwie mache ich das schon. Ich bin fest entschlossen.


Sehnsucht nach Meer

Einer meiner Brüder war mit seiner Freundin am Meer. Aber nicht irgendwo, sondern in Emden und Norddeich. Da fällt mir wieder ein, dass ich da seit Jahren hin will, es aber irgendwie bislang nicht geschafft habe. So weit ist es von uns auch nicht, Emden ist genau 400 km von hier. Aber ihr kennt das, irgendwas ist ja immer 😉

Rückspiegel No. 3 04

Rückspiegel No. 3 06

Wäre aber schön, wenn das für mich dieses Jahr noch was werden würde. Wie realistisch das ist, vor allem wegen Corona, sei mal dahin gestellt. Aber ich bin guter Dinge. Sie haben sogar ein paar meiner Dachziegel mitgenommen und ausgelegt.

Rückspiegel No. 3 05


Und sonst so?

Ich ärgere mich immer noch mit der Krankenkasse wegen meiner Operationen herum. Ich denke, ich werde aber die Taktik ändern. Ab Lipödem Stadium 3 kann man unter bestimmten Voraussetzungen auch ohne vorherige Zustimmung operiert werden. Dann gehe ich eben irgendwie diesen Weg. Muss mich da aber noch ausreichend darüber informieren. Ist ja alles nicht so einfach mit der Krankenkasse und dem MDK.

Ansonsten waren wir heute das erste Mal seit Corona auf 2 Flohmärkten und es war echt toll! Viele bekannte Gesichter gesehen und viele nette Gespräche geführt. Flohmarkt geht auch mit Maske und Abstand. Klar, ist etwas Anderes als sonst, war aber trotzdem schön.

Liebe Grüße

Dani

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